SMARTHOME VS SMARTCAR

ARTIKEL SMARTHOME VS. SMARTCAR

FIKTION & REALITÄT

Die Science Fiction Filme aus den 80er und 90er Jahren sind in vielen Bereichen schon Realität. Zugegeben, unsere Teenager schweben noch nicht mit Hover Boards zur Schule und wir teleportieren uns auch noch nicht in fremde Galaxien. Die in Star Trek benutzten Smartphones gehören jedoch heute zu unserem Alltag und lassen uns auf vielfältige Weise untereinander interagieren und miteinander kommunizieren, erweitern unser Wissen und steuern einen substantiellen Teil unseres Lebens.

Die Holodeck-Szenarien aus dem Film lassen uns schon heute mittels 3D Virtual Reality Simulationen in atemberaubende Erlebniswelten eintauchen, um uns im Spiel mit virtuellen Gegnern in realistischen Simulationen zu messen, sexuelle Fantasien im virtuellen Raum auszuleben oder komplexe technische und wissenschaftliche Herausforderungen zu bewältigen: in der Architektur beispielsweise mit Building Information Modeling (BIM) oder der Medizin mit Augmented Reality bzw. Medical Animation. Die bionische Prothetik ermöglicht sogar die Wiederherstellung nicht mehr vorhandener Körperfunktionen.

Die Teleportation funktioniert zwar bereits mit Elementarteilchen. Unsere Elektrofahrzeuge sind allerdings noch nicht mit einem Flux-Kompensatoren ausgestattet, dennoch fühlt es sich wie Zeitreisen an, wenn unser Gehirn nicht mehr nachzuvollziehen vermag, wie unser Körper in einem modernen Elektroboliden innerhalb von weniger als 10 Sekunden eine Geschwindigkeit von beinahe 250 km/h erreicht und dabei einen halben Kilometer zurückgelegt hat. Ebenso futuristisch muten Cockpit, Bedienelemente und Assistenzsysteme an: Sie steuern sämtliche im Fahrzeug verbauten Systeme, informieren visuell und akustisch über bevorstehende Gefahren, führen uns zielgenau an Staus vorbei zur gewünschten Destination und unterhalten uns dabei hervorragend mit Multimedia-Streaming-Inhalten.

TECHNISCHE ENTWICKLUNG IN HÄUSERN UND FAHRZEUGEN

Im Fahrzeugbau wurde die Bustechnik in den 80er Jahren entwickelt, zu Beginn der 90er erstmals eingesetzt und ab der Jahrtausendwende auf breiter Front eingesetzt. Obwohl diese auch im Gebäudebereich (insbesondere für Zweckbauten) bereits seit Mitte der 80er Jahre zur Verfügung stand, konnte sie sich zusammen mit der IP-Technologie erst im Laufe des vergangenen Jahrzehnts durchsetzen. Dennoch werden heute in Zentraleuropa noch immer viele Privathäuser mit konventionellen Elektroinstallationen und ohne komfortable Steuerungs- und Automationstechnik ausgestattet. Begründen lässt sich dies wohl dadurch, dass der Bau einer Immobilie auf generationenübergreifende, jahrzehntelange und zuverlässige Funktion ausgelegt sein muss. Diese zurecht konservative Denkweise stand lange im Gegenspruch zur «Silicon Valley»-Denkweise der sich stets neu erfindenden, progressiven Smarthometechnologie-Hersteller. Neue Technologien und Standards hatten es also schwer, sich in Hausbauprojekten mit den vielen unterschiedlichen, stets wechselnden Projektpartnern durchzusetzen.

Diese Phase ist mittlerweile überwunden. Professionelle Integrationsunternehmen beraten heute den Bauherrn bezüglich der einzusetzenden Systeme und Geräte, koordinieren die technischen Anforderungen mit Architektur bzw. Elektroplanung und sorgen für die reibungslose Integration sämtlicher im Haus befindlichen Systeme sowie deren Steuerung über intuitiv bedienbare Benutzeroberflächen.

EINSATZ MARKTFÜHRENDER TECHNOLOGIEN

Ähnlich wie Fahrzeughersteller, welche im Bremsbereich das bewährte System von Brembo verwenden oder für die Steuerung des Lichts auf ein Bosch-System setzen, kommen in einem professionell geführten Smarthome-Projekt marktführende Systeme renommierter Hersteller aus den Bereichen Gebäudeautomation, Sicherheit, Kommunikation und Unterhaltung zum Einsatz, welche grundsätzlich autark arbeiten, jedoch über eine Schnittstelle mit dem übergeordneten Gebäudemanagement-System verbunden werden.

Dies stellt sicher, dass die Funktion eines Systems nicht durch eine mögliche Fehlfunktion eines anderen beeinflusst werden kann. Aktuelle Zustände und Werte können aber dennoch auf der gemeinsamen Visualierung dargestellt und einzelne Befehle eines oder mehrere Subsysteme gleichzeitig gesendet werden. Beispielsweise sendet die «Gute Nacht»-Taste neben dem Bett den Befehl ans Lichtsteuerungssystem, die Rollläden zu schliessen, das Licht im Schlafzimmer zu löschen und die Beleuchtung in Bad und Ankleide langsam abzudimmen, versetzt die Lüftungsanlage in den Nachtmodus und schaltet die Aussenhaut der Alarmanalage scharf.

KUCHELSICHERE FUNKTION & INTUITIVE BEDIENUNG

Hierbei muss, wie im Fahrzeug, die Stabilität und Betriebssicherheit des Hauses gegenüber dessen Funktionsvielfalt im Vordergrund stehen. Bevor daher ein neues Feature den Weg von der Entwicklung in die Produktion findet, wird dieses auf Herz und Nieren geprüft und muss «schusssicher» funktionieren. Zudem sollten sämtliche sicherheitsrelevanten Funktionen von den übrigen Anlagenteilen entkoppelt werden.

Ein System ist immer nur so gut wie dessen Bedienbarkeit. Daher kommt dem Design einer möglichst intuitiv bedienbaren Benutzeroberfläche eine grosse Bedeutung zu. Diese sollte die wichtigsten Funktionen übersichtlich und mit aktuellem Statusfeedback darstellen.

GRAFISCHE BENUTZEROBERFLÄCHE

Fix verkabelte Touchpanels entlang der meistfrequentierten Verkehrszonen ermöglichen beim Vorbeigehen einen kurzen Blick auf die Überwachungskameras, die Wahl einer Radiostation oder das Gegensprechen mit der Haustüre. Überall dort wo die Hausbewohner sehr mobil (Garten, Terrasse, etc.) oder aber sehr immobil (Badewanne, Sofa, Bett, etc.) sind, empfiehlt sich der Einsatz mobiler Geräte, wie Fernbedienungen, Tablets oder Smartphones. Diese funktionieren in der Bedienung gleich wie die fest verbauten Touchpanels und haben entweder denselben oder (aus Sicherheitsgründen) einen leicht eingeschränkten Funktionsumfang.

Selbstverständlich stehen auf Wunsch alle wichtigen Funktionen auch von Unterwegs per Fernzugriff zur Verfügung.  Wo das visuelle Feedback entscheidend ist, sind also Touchscreens sehr hilfreich. Weniger effizient sind sie überall dort, wo es darum geht, eine immer wiederkehrende Funktion auszulösen, z.B. das Einschalten einer Lichtstimmung beim Betreten eines Raumes. Selbstverständlich stehen hierfür auch im Haus diverse Sprachsteuerungssysteme (wie Alexa, Siri, Google oder Cortana) zur Steuerung jeglicher Befehle zur Verfügung. Diese erweisen sich jedoch oft schon bei leichter Hintergrundmusik oder sich überlagernden Stimmen als wenig zuverlässig.

DER GUTE ALTE TASTER

Aus diesem Grund hat der gute alte Taster auch in einem modernen Haus noch nicht ausgedient. Während sich einige Autohersteller fast ganz von taktilen Bedienelementen verabschiedet haben, kommt diesen in einem modernen Smarthome noch immer eine grosse Bedeutung zu.

Wir Menschen sind haptische Wesen, darum können wir intuitive Prozesse, wie das Setzen eines Blinkers oder das Betätigen eines Lichttasters quasi nebenbei ohne Einschränkung unserer Denk- und Handlungsfähigkeit ausführen. Kognitive Prozesse hingegen, wie das Bedienen eines Touchdisplays oder eines Sprachassistenten, benötigen einen substantiellen Teil unserer Aufmerksamkeit und schränken daher unsere Multitasking-Fähigkeiten in beträchtlichem Masse ein.

AUTOMATION VS KONTROLLE

Nun lässt sich einwenden, dass die meisten Prozesse auch mittels Automation und sensorbasierten Programmierungen ohne Zutun des Hausbewohners ablaufen können. Wie beim Fahrzeug, wo Fahrsicherheitssysteme wie ein ABS oder ESP zuverlässig im Hintergrund Ihren Dienst verrichten, gilt dies auch für verschiedene Gebäudesysteme wie das weitgehend automatisierte Heizungs-, Klima- und Lüftungssystem oder das Strommanagement der Fotovoltaikanlage über Smart Metering mit dem Grid.

Dennoch gibt es Bereiche, die sich für eine Automation nur bedingt eignen. Anders wie in einem Bürogebäude, wo die meisten Räume immer demselben Zweck dienen, werden die meisten Räume eines Privathauses überaus vielseitig genutzt. So kann ein Wohnzimmer auch ein Kino, eine Bibliothek, ein Spielzimmer oder ein Partyraum sein.

Diese Szenarien lassen sich natürlich nach Bedarf auswählen. Ein Automatismus würde jedoch nicht zum gewünschten Ziel führen. Ähnlich wie beim noch in Entwicklung befindlichen „Full Self Driving“ lassen sich auch im Wohnhaus noch nicht alle in der Lebenswirklichkeit vorkommenden Situationen antizipieren, weshalb der Hausbewohner in seinem modernen Smarthome noch bis auf Weiteres alle Fäden in der Hand behalten wird.

DO IT YOURSELF VS PROFESSIONELLES SMARTHOME SYSTEM

Ambitionierte Heimwerker finden heute bereits in Bau-, Unterhaltungselektronik- und Möbelmärkten Smarthome-Komponenten und können ihre vier Wände mit etwas Zeit und Geschick um einzelne Steuerungs- und Automationsfunktionen aufrüsten.

Wer höhere Ansprüche an Komfort, Stabilität, Funktionalität und Sicherheit hat, sollte sich an einen professionellen Gebäudeautomationspartner wenden, welcher sich die Zeit nimmt, sämtliche Prozesse im Familienalltag zu verstehen und daraus abzuleiten, welche technischen Vorkehrungen getroffen werden müssen, um diese bestmöglich zu vereinfachen und zu unterstützen.

Aus seiner jahrelangen Erfahrung und profunden Kenntnis der einzelnen Gewerke und Systeme, wird der Integrator aufzeigen, welche Funktionen für Sie sinnvoll und relevant sind, denn nicht alles was technisch realisierbar ist, macht im Alltag auch Sinn.

HAUS STEUERT AUTO & AUTO STEUERT HAUS

Wer also in einem professionell geplanten und fachmännisch umgesetzten Smarthome wohnt, den erwartet ein ähnlicher Komfort, wie er ihn von seinem liebgewordenen Fahrzeug kennt.

Einige Elektrofahrzeuge bieten sogar ein Software Development Kit, über welches eine Integration ins Gebäudeleitsystem möglich ist.

Umgekehrt ist es denkbar, dass wir in naher Zukunft neben der einfachen Torsteuerung auch komplexere Haussteuerungsfunktionen über unsere Fahrzeugsysteme steuern werden.

INTELLIGENTE MOBILITÄT & INTELLIGENES WOHNEN

Eines ist sicher: die intelligente Mobilität, wie auch das intelligente Wohnen, werden dank künstlicher Intelligenz noch im angebrochenen Jahrzehnt ungeahnte technische Fortschritte machen.

Wir werden eine faszinierende technische Evolution erleben, welche uns Menschen bei alltäglichen und repetitiven Prozessen entlastet, wodurch wir mehr Zeit und Energie zur effizienten Nutzung unserer kreativen Schaffenskraft und unseres wahren innovativen Potentials erhalten.

 

Mike P. Boch
CEO & Gründer der intelliHOME AG

Nach seinen Studien in Washington, Freiburg & Bologna war Mike Boch Partner in einem Management Consulting Unternehmen, bevor er die in der Schweiz domizilierte, international tätige intelliHOME AG gründete. Diese ist seit 2004 auf die Ausstattung gehobener Wohnbauten mit intelligenter, intuitiv bedienbarer Gebäudemanagement-, Audio/Video-, Multiroom- und Heimkinotechnik spezialisiert und arbeitet regelmässig in anspruchsvollen Projekten auch für diverse internationalen Stars.

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